Übergewicht gilt allgemein als ein wichtiger Risikofaktor für obstruktive Schlafapnoe (OSA). Einige viel zitierte kardiovaskuläre Studien legen nahe, dass „≈70 % der OSA-Patienten übergewichtig sind“ [2].
Obstruktive Schlafapnoe tritt auf, wenn die Atemwege während des Schlafs kollabieren. Einer der wichtigsten Risikofaktoren ist überschüssiges Gewebe im Hals- und Atemwegsbereich, das stark mit dem Körpergewicht zusammenhängt. Laut FDA: „Zepbound reduziert den Appetit und die Nahrungsaufnahme. Studien zeigen, dass Zepbound durch die Gewichtsreduktion auch die obstruktive Schlafapnoe verbessert.“ [1.B]
Die Realität ist jedoch differenzierter. Wenn rund 70 % der Patienten übergewichtig sind, bedeutet dies, dass ein erheblicher Teil der OSA-Patienten nicht übergewichtig ist. Bei diesen Personen wird die Schlafapnoe durch andere Faktoren verursacht, darunter:
• Anatomie der Atemwege (enge Atemwege, große Zunge, Kollaps des Weichgewebes)
• Kraniofaziale Struktur (Kieferposition, Nasenstruktur)
• Neuromuskuläre Kontrolle während des Schlafs
Selbst bei adipösen Patienten garantiert eine erfolgreiche Gewichtsreduktion keine vollständige Heilung der obstruktiven Schlafapnoe (OSA). Ein Grund dafür ist, dass persistierende anatomische Anomalien – wie eine Verengung der oberen Atemwege oder kraniofaziale Variationen – unabhängig von Veränderungen des BMI weiterhin einen Atemwegskollaps auslösen können. Daher wird OSA im modernen klinischen Verständnis als multifaktorielle Erkrankung und nicht nur als gewichtsbedingte Störung betrachtet.